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I.

Vertheidigung der Akademie zur Aufrechthal tung der Reinigkeit der französischen Sprache, von Herrn Marmontel. Geschrieben im Jahr 1790.

(Aus dem Französischen überseßt.)

Cederzeit mußten Akademien nicht nur solchen Personen ungelegen seyn, die zu einem Play in denselben berechtigt zu seyn glaubten, oh ne diesen Anspruch geltend machen zu können; fondern auch solchen, die schon vermöge ihres Standes kein Recht haben daran Theil zu neh men, aber sich jenes kleinen Neides dennoch nicht erwehren können, der so gemein unter den Menschen ist, und so natürlich dahin verleitet, alle Urs ten von Auszeichnung, woran man keinen Theil nimmt, insgeheim für Beleidigungen zu halten. Diese Leute denken und sagen: " Wozu Akabe. mien? ich bin ja auch in keiner!" So spricht die Leidenschaft! Darf man sich nun wundern, wenn bey der Epoche einer neuen Staatsform gewisse Personen sogleich bey der Hand sind zu schreyen:

L

es sey nichts mit Freyheit so sehr im Widerspruche, als eine Gesellschaft von vierzig Akademikern, die, von Amtswegen, für Leute von Geist angesehen wür den? Vergebens wenn man auch mit Piron hier auf versicherte: „diese vierzig håtten nur Verstand wie vier. "Die Akademie, erwiedert man, ist denn doch ein Ueberbleibsel von Aristokratię. Tief ge dacht! eine fürchterliche Aristokratie, die sich zur Verfertigung eines Wörterbuchs versammelt und prosaische und poetische Preißschriften krönt, wor über sich Jedermann aufzuhalten berechtigt ist; besonders diejenigen, die keinen Preis erhielten! Daß man mir doch sagte, welche aristokratische Vorrechte die Akademie hat? welche Art von Gewalt fie ausübt? Beherrscht sie die Meynung des Publikums? Glaubt Jemand einen Mann darum höher achten zu müssen, weil er ein Akademiker /ist? Darf man darum mit Grund seine Werke für besser, seine Urtheile für zuverläßiger halten? Im. Gegentheil weiß die ganze Welt, daß der Titel. eines Akademikers gerade zum Beweggrund dient, jene strenger zu beurtheilen, und gegen diese be waffneter zu Felde zu ziehen.. Ein Gerichtshof, der entscheidend urtheilt, zieht sich das strenge und oft ungerechte Urtheil des Publikums zu, besonders ein Tribunal in Sachen des Verstandes und Geschmacks. Wie Viele haben ihr Interesse nicht daben, gegen denselben mit jenen Personen gemeine Sache zu machen, die vor dieser Behörde den Prozeß verloren! Lehrt es nicht die Erfahrung, daß man dreyfach Recht haben muß, wenn ein Ausspruch

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